Alle Stehende verdampft

December 17, 2005

„Wir wollen alles“ – 68 als Avantgarde der Konsumgesellschaft
von Stephan Malinowski

Die Geschichte mit Rudi Dutschke und der Cola-Flasche wird manchmal als Anekdote erzählt. Doch es ist schwer zu sagen, wie sie zu entschlüsseln ist. Sie geht so: Einige Wochen vor dem Attentat im April 1968 erhielt Dutschke Besuch von einer Reportergruppe des Wirtschaftsmagazins Capital. Diese brachte neben Delikatessen aus dem KaDeWe auch den Werbephotographen Charles Wilp mit. Wilp, aufgehender Stern einer auf Sex und Pop setzenden Werbeästhetik, schoss vom bereitwillig posierenden Dutschke eine Photoserie.

Im April 1968 zierte sein Konterfei das Capital-Titelbild, die Innenseiten zeigten ihn mit Marx’ Kapital unter dem Arm. Von Capital kam zudem ein potentiell lukratives Angebot: Dutschke solle bei seinen öffentlichen Auftritten stets eine Pepsi-Cola-Flasche in die Reichweite der Kameraobjektive schieben. 1.000 Mark pro Monat wurden geboten. Dutschke lehnte ab. (more…)

Vinyl forever

December 16, 2005

Flugs in die Abteilung Überflüssige Lebenshilfen, auf die wir gewartet haben kopiert. Einfach, weil der Aufmacher schon so gut reinläuft (wie alt ist denn der Andreas?)

Für die älteren Leser, die noch tonnenweise schwarzes Vinyl im Regal stehen haben:

Der USB-Plattenspieler, via Glück auf !

Yingel yangel

December 14, 2005

… und die BlattBlog-Crawler arbeiten sich nacht für nacht durchs Netz auf der Suche nach ehemaligen Präsenzen.

Ab heute neu auf der Linklatte: filmtank von Herrn Thomas Tielsch und Jutta Fritton.

Ersterer macht so Sachen wie YIN UND YANG IM ALLGÄU zum Thema chinesische Medizin und Akupunktur und Frau Fritton punktet passend dazu in München.

action medeor

December 9, 2005

APPELL zur Freilassung Susanne Osthoffs

Planet der Zimtsterntassen

December 8, 2005

Für alle, die den Vorweihnachtsrummel jetzt schon dicke haben. Mehrmals täglich anwenden. Hilft garantiert. Auf vielfachen Wunsch, das BlattBlog-Video zur Weihnachtsfeier.

Leider steht diese animierte Perle (mpg) ohne irgendeine Autorenangabe im Netz herum. BlattBlog bittet um Mithilfe bei der Suche nach der/m Art DirectorIn dieses Clips. Würden wir vom Mac weg als HausautorIn für die wöchentliche BlattBlogVideoPodNovela engagieren. Auch noch nach Weihnachten, kein Scheiß. Via it&w.

.๕ بنت السويدي ๕.’s photos

December 7, 2005

O.k., bevor wir hier anfangen, über social software und Internet 2.0 zu schwafeln (reine Wessiproblematiken nebenbei, forget it) ein Blick nach Osten (vor allem morgens jetzt öfters sinnvoll):

Die UAE (United Arabian Emirates) vulgo Vereinigte Arabische Emirate haben den Flickr-Zugriff ihrer heimischen User komplett geblockt. Das gab’s schon mal temporär, diesmal scheint es endgültig zu sein. Die Erklärung des Monopolisten ETISALAT (so was wie der Landesprovider) dazu:

We are treating Flickr as we are treating pornographic sites. The increasing number of porno pictures in the pages was what made us block the site. We will NOT unblock it, as we did before, because we consider it to be a pornographic site and we will not allow those kinds of images to be viewed by our users. Sorry for the inconvenience.

Da ist Mords was los auf diesen Seiten und die Herrschaften (im Turban und mit Dritthandy) können nicht mehr an ihr Zeug ran (das ist jetzt bildhaft gesprochen). Z.B. der User latin snake, weg isser. This person is no longer active on flickr, was steckt dahinter? Aus der offiziellen Begründung: ” …due to its content being inconsistent with the religious, cultural, political and moral values of the United Arab Emirates“.

Der tatsächlich pornographische Content in flickr treibt einem eher die Tränen in die Augen (aber andersrum). Wie auch immer - keine Blockade ohne online Petition im Netz (sonst wären wir ja nicht schon bei 2.0) also bittschön: freedom for UAE flickr users.

Wie sagt Blogging Tom so schön in seinem Kommentar auf die Blockademeldung: ETISALAT, da haben sie den Salat.

Dank an cuore di marmo, dem digitalen BlattBlog-frontend bei flickr, für diesen Hinweis.

Update1: Für alle, die nicht wissen, wo UAE und so, ja doch, BlattBlog bildet.

Update2: Warum in die Ferne schweifen - rechts unter den Links bitte den Button “Du bist Deutschland” drücken. Das ist der flickr-Pool zur Kampagne “Du bist Deutschland”, Empfehlung der Redaktion.

Entmenschte Mutter röstet taubes Kind!

December 5, 2005

Nachdem Bild am Sonntag durch den Regierungsappell vom Wochenende an die Entführer von Susanne Osthoff erneut zum offiziellen Regierungsorgan geadelt wurde (das ist nichts neues, Angie macht das nur etwas vordergründiger als Gerd) nimmt BlattBlog das BILDBlog neu auf die Linklatte. Die BILDBlogger machen sich seit geraumer Zeit - tagesmeldungsnah - die Mühe, Herrn Diekmann auf die Finger zu gucken.

… Bild ist nicht Pop, sondern Gosse. Bild ist das Sexualorgan, das Millionen impotente kleine Männer von der Straße als ihr eigenes empfinden, und sei es nur zur Befriedigung des Durstes nach Rache an den Reichen und Schönen, die sich durch Reichtum und Schönheit an den sittlichen Idealen eines immer noch kaufkräftigen Mobs versündigt haben …

Ein grundlegendes Hasspamphlet von Gerhard Henschel zum Thema BILD im Online Merkur ist leider nicht mehr online, war seinerzeit via wirres.net. Für den Aufmacher geht ein Dankeswort in die frühen Siebziger an Herrn Gerhard S.

BlattBlog an SZ-Ente?

December 4, 2005

BlattBlog-Leser Enotty reagiert kritisch auf den Michael Moore Beitrag von vorgestern, in dem Andrian Kreye in der SZ zitiert wurde.

… als ich heute den Artikel in der SZ las, dachte ich so bei mir: “Was für eine hundsmiserable Arbeit. Weiss der Kreye etwa nicht, dass Bücher dieser Art (siehe Ann Coulter, Michelle Malking, etc.) zu Hunderten von rechtsextremen US Verlagen produziert werden und dass deren Inhalte/Recherche sehr oft äusserst fragwürdig sind (um es höflich auszudrücken)? Soll eine lahme, unkritische Rekapitulierung der Vorwürfe etwa Journalismus sein, weil von Kreye immerhin zugestanden wird, dass diese angeblichen “linken Verfehlungen” keinen Krieg provoziert haben?” usw. Und tatsächlich, zumindest die “Halliburton” Geschichte ist erwiesenermassen falsch …

    Warum dieser Kommentar im Spaminator des BlattBlogs zerschreddert wurde, bleibt fraglich. Soweit können Bushs Greifer gar nicht reichen. BlattBlog recherchiert im WordPress-Umfeld und wird berichten. Michael Moore fehlt weiterhin auf der BlattBlog Linklatte, wir können auch stur sein. George W. Bush wird sich selbst erledigen, so wie die Dinge laufen und der Trostpreis für investigativen Journalismus geht an Herrn Kreye von der SZ. Insbesondere, weil das alles ungefähr so auch schon am 19. November in der Welt stand.

    Mein Körpä, dein Körpä II

    December 2, 2005

    Da selbst die engsten Freunde trotz regelmäßigem Saunabesuch beängstigende anatomischen Lücken offenbaren, hier mal ein kurzes Wort zu einem Muskel, der fälschlicherweise für ein Pastagrab gehalten wird. Es handelt sich um den Musculus obliquus externus abdominis.

    “Der Musculus obliquus externus abdominis (lat.: Äußerer schräger Bauchmuskel) entspringt abwechselnd mit den Zacken des Musculus serratus und des Musculus latissimus dorsi von der 5. bis 12. Rippe.

    Er zieht mit seiner Bauchsehne (Crus mediale) zur Linea alba und mit seiner Beckensehne (Crus laterale) zum Darmbein.”

    Er ist früher schon gern getragen worden.

    Nützliche Tipps zum Selbermachen bietet unser Lieblingsmedium in Hüllä und Füllä.

    moore no more no more moore moore no more no more

    Die BlattBlog Linklatte ist wieder kürzer geworden - heute ist unser Michael Moore von der Blogroll verschwunden.

    Aus „Do As I Say (Not as I do) – Profiles in Liberal Hypocrisy“ des US Publizisten Peter Schweizer:

    Der wettert zwar gerne gegen Konzerne und die Börse, besitzt jedoch Anteile einiger jener Firmen, die er sonst verteufelt.

    Da finden sich in seiner Steuererklärung Aktien der Energiekonzerne Haliburton und Sunoco, der Pharmafirmen Pfizer, Merck und Eli Lilly sowie des Energie- und Rüstungskonzerns General Electric. Auch seine Starallüren passen längst nicht mehr zum Image des Medienhelden der Arbeiterklasse.

    So verlangte er etwa für seine letzte Lesereise einen Privatjet. In London steigt er regelmäßig im Ritz ab – nicht ohne sich für Interviewtermine zusätzlich Zimmer in billigen Hotels anzumieten. Man hat schließlich ein Image. Und obwohl er die Waffennarren und die Angst des US-Bürgertums in seinem Film „Bowling for Columbine“ thematisierte, umgibt er sich mit bewaffneten Leibwächtern.

    via Andrian Kreye, SZ von heute