Der Anlage Tipp des Monats

February 19, 2009

Aus aktuellem Anlass, der Anlage Tipp des Monats:

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 Euro in die Aktien der Commerzbank investiert hat, musste sich 18 Monate lang über fallende Kurse ärgern und hat heute noch 215,28 Euro übrig.

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 Euro in Krombacher Pils investiert hat
konnte:

- 18 Monate lang jede Woche einen Kasten herrliches Pils genießen

- war ständig heiter
- hatte viel Spaß
- hat den Regenwald gerettet
- und hat heute noch …

(Achtung, jetzt kommt’s) … Leergut im Wert von 223,20 Euro !!!

Wir danken dem Jack (via Tina) für diesen Beitrag.

Der Crashtest-Dummy

February 13, 2009

Jan Feddersen in der taz über Alpha-Blogger Stefan Niggemeier

Wichtig sei ihm aber die Korrektheit, also das Mindeste, worauf es im journalistischen Handwerk ankomme. “Die Bild-Zeitung”, sagt er, “wurde doch eine Zeit lang abgetan”, als Phänomen, als nicht ernst zu nehmende Illustrierte für Erwachsene, als Trash mit hohem Amüsierfaktor, als Spiegel des Irren und Absonderlichen, galt aber zugleich auch als Nachrichtenmedium von Rang. “Mir ging es darum, diesen Mythos wenigstens anzukratzen.” Dass man nicht mehr sagen könne, die Bild-Zeitung zu lesen zeuge vielleicht von schlechtem Geschmack, dafür könne man sich aber auf die Recherchen verlassen. “Stimmt aber nicht. Deshalb bescheiden wir uns mit den scheinbaren Details: nachzuweisen, dass gerade das nicht zutrifft.”

Inzwischen wird das Bildblog selbst von den Springer-Leuten ernst genommen. “Die reagieren auf uns mit einer gewissen Professionalität.” Aber dann hängt er eine Begebenheit an, die die Nervosität der Goliaths andeutet: “Als bei einer Diskussion im ZDF, als ich einen kleinen Vortrag hielt, der Mann von Springer den Saal verließ, als ich zu sprechen anfing, hatte ich das Gefühl: ,Irgendwas machen wir richtig.’ ”

Doch Niggemeiers Argusaugen konzentrieren sich längst nicht nur auf die publizistische Macht der Bild-Zeitung, die menschliche Existenzen zermörsern oder politische Stimmungen befördern kann. Selbst Henryk M. Broder, preisgekrönter Autor des Spiegels, ist vor Niggemeiers Kritik nicht sicher: “Da wichst zusammen, was zusammengehört”, äußerte sich Broder unwirsch, fühlte sich von Niggemeier offenbar persönlich getroffen. Gemünzt war dies auf eine Geschichte, in der nachgewiesen wurde, dass Broders Kampf gegen Antisemitismus, gegen vermeintliche oder wahre Israelfeinde sich aus Quellen bedient, die anrüchig sind, weil sie den Tatsachen nicht standhalten. Niggemeier wies lediglich nach, dass Broders Recherchen nicht stimmen - und der Inkriminierte glaubte, Niggemeier als Krümelsucher abtun zu können. Der Gescholtene wehrt sich: Großschreiber wie Broder meinten, dass man ihnen schon glauben wird, dass ihre Botschaft nicht unbelegt sein könne - “deshalb legen wir auch beim Bildblog vor allem Wert auf die Korrektur gerade der kleinen und oft auch großen Fehler”.

Alles lesen in der taz

Zukunft jetzt, sonst setzt es Prügel

February 10, 2009

Die Krise der Schallplattenindustrie beschäftigt nun Kongresse. Nutzt das etwas?
von JENS-CHRISTIAN RABE

Es war, ohne Zweifel, ein Moment der Wahrheit. Nur war nicht ganz klar, ob die Diskussion in diesem Moment ganz bei sich gelandet oder ganz weit vom Weg abgekommen war. Was war passiert? Achim Bergmann, Chef des kleinen und denkbar sorgfältig die oft unverdient vergessenen Ecken des Pop-Kosmos aufarbeitenden unabhängigen Münchner Musiklabels Trikont, hatte die Pop-Lobbyisten Dieter Gorny und Mark Chung, die am vergangenen Freitagabend mit ihm auf dem Podium im Berliner Haus der Kulturen der Welt saßen, etwas grob als “schleimige Typen” angegangen.

Chung versprach nach einer Schrecksekunde Bergmann eine Tracht Prügel. Und nur Gudrun Gut, die große alte Dame des deutschen Techno, verhinderte mit einiger Geistesgegenwart Drastischeres, indem sie aufsprang und - halb amüsiert, halb ernsthaft erschrocken - um Hilfe rief. Es verfehlte seine zivilisierende Absicht nicht.

Der Ruf schien alle daran zu erinnern, was sie trotz aller alten Differenzen stärker eint, als sie es sich je gewünscht haben dürften: die komplizierte Lage ihrer Branche, die aufgrund der massenhaften illegalen und legalen kostenlosen Verbreitung von Musik im Internet kaum noch CDs verkauft und also ihre wirtschaftliche Grundlage verliert … (more…)