Bullenjacken
November 21, 2009Für schlappe € 1.498,– gibts bei Manufaktum jetzt dieses Original von Erdmann aus den 50er Jahren. Aus den Produktdetails: “Rechts unten eine große Innentasche, wie beim Original als „Pistolen-Durchgrifftasche“ auch von außen zu erreichen und mit viel Platz, zum Beispiel für die Brieftasche.”
Aus dem Katalogtext:
„Pop! Stolizei!“. Die Streife als Laufsteg.
Von anderer Art waren da die Funkstreifenjacken aus Leder, die zum Bild der Polizei gehörten wie Peterwagen und Wanne, Tschako und Schirmmütze. Sie waren von modischem Ansinnen unangekränkelt und dienten schlicht als aufwendigst verarbeitete, jeglicher Witterung trotzende Schutzkleidung für den Außeneinsatz. Unser Modell wurde in den 1950er Jahren von Erdmann, einem ausgewiesenen Spezialisten, für den bayerischen Polizeidienst entwickelt. Dort lassen wir sie neu konfektionieren. Den Schnitt haben wir zugunsten einer besseren Paßform leicht verändert, sonst aber weist sie alle Details des Originals auf und spielt ihre funktionalen Qualitäten bei Wind und Wetter nun im Zivilleben aus. Das Leder ist durchgefärbt. Da es quasi „naturbelassen“ bleibt, kommen nur Häute der sogenannten 1. Sortierung in Frage. Sie stammen von süddeutschen Rindern und werden vegetabil gegerbt.
Funkstreifenjacke aus Rindleder.Lange Zeit ist das Diktat der Mode an der praktizierenden Obrigkeit völlig vorbeigegangen. Die Bekleidung deutscher Polizeibeamter hatte Funktionskleidung zu sein, und es sei dahingestellt, ob die Sache des Rechtsstaates wirklich vorangebracht wurde, seit die Polizeikräfte in Hamburg ihr hartes Tagewerk in hochmodischen, Colani-designten Uniformen verrichten.
Hinweis zur Pflege:Die Jacke sollte hin und wieder feucht (keinesfalls naß) abgewischt werden. Etwa einmal im Jahr verträgt das Leder die Behandlung mit einem guten Lederpflegeöl. Bei gröberer Verschmutzung in die Spezialreinigung geben.
Literaturhinweis:Die Funkstreifenjacke diente auch als Erkennungsmerkmal derer, die in Gerhard Seyfrieds legendären, jüngst als Gesamtwerk bei Zweitausendunseins erschienenen Comics um die Berliner Hausbesetzerszene am Imbißstand „Bulletten“ statt „Freakadellen“ bestellten.
Mit Dank an unsern Mann in Berlin für den Link.








