Crisis? What Crisis?
August 27, 2009Zweggs Animation bitte aufs Bild klikken. Mehr Info zu allen Künstlern hier.
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Aus aktuellem Anlass, der Anlage Tipp des Monats:
Wer vor 18 Monaten 1.158,48 Euro in die Aktien der Commerzbank investiert hat, musste sich 18 Monate lang über fallende Kurse ärgern und hat heute noch 215,28 Euro übrig.

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 Euro in Krombacher Pils investiert hat
konnte:
- 18 Monate lang jede Woche einen Kasten herrliches Pils genießen

- war ständig heiter
- hatte viel Spaß
- hat den Regenwald gerettet
- und hat heute noch …
(Achtung, jetzt kommt’s) … Leergut im Wert von 223,20 Euro !!!
Wir danken dem Jack (via Tina) für diesen Beitrag.
Die taz hat - fast schon liebevoll - eins der besten Bilder dieser Tage ausgesucht:
Von dieser Theorie könnte man besoffen werden. Denn vereinfacht geht sie so: Der Ackerbau und damit die Sesshaftigkeit und damit die Höfe, Dörfer und Städte und damit die ganze menschliche Kultur sind nicht entstanden, weil einst das Fleisch knapp geworden war, sondern weil es im Gegenteil Fleisch von wilden Tieren im Überfluss gab.
Also haben sich die Menschen in der Nacheiszeit, die grob vor 12.000 Jahren begann, zu gemeinschaftlichen Fleisch-Gelagen verabredet. Der Ertrag des wilden, noch nicht gezüchteten Getreides reichte auch gar nicht aus, um sie hinreichend zu ernähren. Aber diese frühen Menschen hatten, nach dem Vorbild überreifer Beeren und Früchte, die Gärung entdeckt: Sie rührten die Getreidekörner zu einem alkoholischen Gebräu an und erkannten dessen berauschende Wirkung.
Der erste Zweck des Getreides, das erst in der Folge zu einer effektiven Nahrungsquelle kultiviert wurde, war ein frühes Bier, das aus dem Fleisch-Fest ein kultisches Begängnis machte. Oder in noch kürzerer Fassung, und je nach Präferenz: Am Anfang war die Dinner-Party. Am Anfang war das Oktoberfest.
“Warum sollte ausgerechnet dort, wo die passenden Wildpflanzen wuchsen, aus denen Getreide werden konnte, das Wild so selten geworden sein?” Denn: “Wo gutes Gras wächst, sammelt sich auch das Wild.” Es sei auch prinzipiell falsch, “Fortschritte” des Menschen immer nur durch Ressourcenknappheit und Existenzangst zu begründen.
Dann kam die Fleischparty
Vielmehr stehe am Beginn der schrittweisen Domestikation der Überfluss an Tieren: Man begann - natürlicherweise nur, weil es genug davon gab -, die Tiere nicht gleich aufzuessen, sondern mit der Zeit die Wildformen von Schafen, Rindern und Ziegen als “lebende Fleischreserve” zu fangen und zu halten. “Zähmung und Züchtung”, so Reichholf, “erfolgten nicht der Not gehorchend.”
Und dann kam die Fleischparty. Jene beginnende Vorratswirtschaft in einer noch wesentlich nomadischen Kultur habe sich gewissermaßen in kollektiven Feiermahlzeiten entladen.
Josef Reichholf verweist hier auf Funde wie die erst unlängst entdeckte, bisher älteste menschliche Kultstätte von Göbleki Tepe in Anatolien, die mindestens 12.000 Jahre alt ist; dort finden sich Reliefs von Wildtieren. Und solche Kultereignisse seien eben auch große Besäufnisse gewesen, für die das Getreide ursprünglich verwendet worden sei.
In der Tat hängen ja Rausch und religiöse Transzendenz in vielen Kulturen zusammen; für die Exstase zuständige Priester oder Schamanen kennen sich mit Zauberformeln, Geheimsprache und halluzinogenen Pilzen aus - oder, wie in diesem kulturentscheidenen Fall, mit dem Rezept fürs Bier.
Auf frühen sumerischen Darstellungen sieht man Menschen feierlich mit Strohhalmen aus Tonkrügen trinken, das würde zum ungefilterten Bierbrei der Frühzeit passen; ähnliche Praktiken sollen durch Wanderungen über die Beringstraße bis zu den südamerikanischen Indios gelangt sein, wo das “Chicha”-Bier in Amazonien durch Spucke zum Gären gebracht wird.
Alles lesen bei Johan Schloemann über Josef H. Reichholf in der SZ.
Gestern vor 37 Jahren starb Jim Morrison. Sehenswert an diesem Auftritt in Frankfurt 1968 ist vor allem die 2. Hälfte. Also nicht die Nerven verlieren, der Anfang ist nicht soo doll …
L’Eclisse / L’Eclipse
Italien / Frankreich, 1962, 122 min
Regie: Michelangelo Antonioni
Darsteller: Monica Vitti, Alain Delon, Francisco Rabal
Mit Dank an den perlentaucher für den Hinweis auf Achteinhalb.
Der Fotoreporter Igor Kostin dokumentierte das Reaktorunglück in Tschernobyl vom ersten Tag an. Seine Bilder gehen auch nach 20 Jahren noch unter die Haut.
26. April 1986: Das Klingeln des Telefons reißt mich aus dem Schlaf. Ich erkenne die Stimme eines befreundeten Hubschrauberpiloten: „Igor, im Kernkraftwerk Tschernobyl hat es heute Nacht gebrannt. Wir fliegen hin. Kommst du mit?“ Als Fotoreporter für die Presseagentur Nowosti überraschen mich solche nächtlichen Anrufe nicht. Mit verschlafener Stimme sage ich ja …
Hier eine Bildstrecke aus dem Buch mit den Fotos von Igor Kostin bei der SZ.
Dieser Beitrag ist ein Update zum letzten Beitrag Schweden gegen Ukraine. Das Buch gibts bei Kunstmann.
Ein Blick auf alle uns, die wir hier in der Kirche von Marienberg aufeinandertreffen, um Norbert ein letztes Mal zu grüßen, zeigt den Bogen, den er geschafft hat, in seinem Leben zu schlagen. Scheinbar hatte seine Münchner Zeit nichts mit der Folgezeit in Holzhausen und anschließend hier in Marienberg gemein. In der Umkehrung mag das ebenso erscheinen, und dennoch ist dem nicht so.
Norbert wurde, wie so viele unter uns, in einer Zeit groß, als in den bundesdeutschen Großstädten die einhellige Meinung herrschte, zuguterletzt würde das Konzept Vietkong auch in Plattling triumphieren. Sein Weg von der Schreinerlehre zum Soziologiestudium, seine zahlreichen Reisen, unter denen der Trip nach Indien keinesfalls fehlen durfte, sein rasantes Leben zwischen Wohngemeinschaft und den Niederungen der Münchner Alternativszene, die in den siebziger Jahren in Form von Zeitungsprojekten, Handwerkskollektiven und sonstigen selbst verwalteten Projekten fröhliche Urstände feierte, war der Weg von vielen.